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Weihnachtsbotschaft 2010

Die christliche Botschaft der Weihnachtszeit

v.l.n.r. Dechant Dieter Osthus, Superintendent Bernd Becker, DGB-Kreisvorsitzende Jochen Marquardt. (Foto: tsew.)

v.l.n.r. Dechant Dieter Osthus, Superintendent Bernd Becker, DGB-Kreisvorsitzende Jochen Marquardt. (Foto: tsew.)

Die christliche Botschaft der Weihnachtszeit ist, dass Gott dorthin kommt, wo wir Menschen sind. Genau das feiern viele Menschen an Weihnachten bis auf den heutigen Tag und hoffen, dass diese Blickrichtung Gottes etwas Mitreißendes hat. Dass sie zur Orientierung wird, dass auch wir möglichst die nicht übersehen, die es heute nötig haben, nicht übersehen zu werden. Und davon gibt es viele in der weiten Welt. Auch in unserem Land und in unserer Stadt leben viel mehr Menschen, als wir leichthin denken, die darauf warten, in ihrer Not, in ihrer Armut und in ihrem Ausgeschlossensein wahrgenommen zu werden.
Im Bündnis für eine sozial gerechte Stadt arbeiten Kirchen und Gewerkschaften zusammen, um wahrzunehmen und sich für mehr soziale Gerechtigkeit einzusetzen.

Während sich unsere Gesellschaft über einen wirtschaftlichen Aufschwung freut kommt er leider nicht bei allen an. Viele Menschen bleiben von den positiven Entwicklungen ausgeschlossen. Viele sind in finanziellen Schwierigkeiten, die ihre Lebensgestaltung erschweren. Eine zunehmende Anzahl von Kindern lebt in Armut. Allein in unserer Stadt sind es 7.000 Mädchen und Jungen unter 15 Jahren. Hier stehen wir alle in einer großen Verantwortung.

Während Banken gerettet wurden, verbleiben unsere Städte und Gemeinden in einer Schulden- und Armutsfalle. Erwerbslose, Rentner, Alleinstehende und Niedriglohnbeschäftigte bleiben in Armut oder sind von Armut gefährdet.
Während auf der einen Seite der Reichtum für einen Teil unserer Gesellschaft wieder zunimmt, wächst auf der anderen Seite Armut und damit Ausgrenzung aus der Teilhabe an den gesellschaftlichen Angeboten.

Auch unsere Stadt steckt im Sog der Verschuldung. Sie hat keine Chance aus eigener Kraft herauszukommen. Auch wenn guter Wille die politisch Verantwortlichen leitet, sehen wir hier eine große Gefahr für die Entwicklung für viele Menschen in Hagen. Es wird immer dringlicher, Einkehr zu halten und neue Wege zu erkunden. Wege, die eine lebenswerte Zukunft aller Menschen ermöglichen und sicherstellen. In der Weihnachtszeit gilt dies in besonderem Maße. Wir stehen gemeinsam dafür: Armut und Ausgrenzung dürfen in unserer Gesellschaft keinen Platz haben! Sie zu überwinden und den Menschen Perspektiven zu geben, sehen wir als gemeinsame Aufgabe.

Dass gerade auch unsere Gesellschaft eine Werteorientierung braucht, die sich an Nächstenliebe, Solidarität und am Gemeinwohl orientiert, wird niemand ernsthaft bestreiten wollen. Es ist für eine Gesellschaft nicht die schlechteste Orientierung, die besonders auf die Schwachen schaut. Schon seit den biblischen Zeiten wird der Standard einer Gesellschaft und die Qualität des Zusammenlebens daran bemessen, wie es Schwächsten im Lande geht. Geraten sie aus dem Blick, ist das ein Alarmsignal für den sozialen Frieden, für eine solidarische Gesellschaft und letztlich für den „Wohlstand“ eines Staates.
Die Weihnachtszeit ist davon getragen die Wünsche und Hoffnungen der Menschen in den Blick zu nehmen und Wege zu eröffnen, die Lösungen eröffnen und Zuversicht schaffen. Daran gilt es zu arbeiten – dafür gilt es einzutreten.
In diesem Sinne wünschen wir allen Bürgerinnen und Bürger „Friede auf Erden!“, ein schönes Fest und ein gutes sozial gerechtes 2011!

Bernd Becker
Superintendent
Ev. Kirchengemeinde Hagen

Jochen Marquardt
Kreisvorsitzender
DGB-Hagen

Dieter Osthus
Dechant
Dekanat Hagen-Witten