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DGB und Kirchen sagen Armut den Kampf an

WP Hagen, 23.04.2008, von Reinhard Kolwe

Die Konstellation - Maifeiertag und Feiertag Christi Himmelfahrt - haben DGB und Kirchen zueinander geführt. Nicht nur, dass am 1. Mai vor Beginn der Demonstrationszugs von der Johanniskirche zum Volkspark um 9.45 Uhr eine kurze Andacht stattfindet. Vielmehr werden Superintendent Bernd Becker für die evangelische und Dechant Dieter Osthus für die katholische Kirche im Rahmen der DGB-Kundgebung im Volkspark auch an einer Gesprächsrunde zum Thema „Sozial gerechte Stadt Hagen” teilnehmen.

Mit dieser Gesprächsrunde, kündigt DGB-Kreisvorsitzender Jochen Marquardt an, starte gleichzeitig das gemeinsame und gleichnamige Projekt von DGB und Kirchen, bei dem es in Zusammenarbeit mit der Stadt und interessierten Verbänden um eine wirksame Bekämpfung der Armut in Hagen gehe. Marquardt: „Unser Ziel ist es, über die akute Hilfe hinaus, die gerade im kirchlichen Bereich vielfach geleistet wird, Wege zur Überwindung der Armut zu finden”.

Dass dazu allerdings auch Veränderungen in der Beschäftigungspolitik vonnöten sind, soll auf der Kundgebung ebenfalls thematisiert werden. Jochen Marquardt: „Es ist ein Skandal, dass viele Menschen mit ihrem Einkommen nicht mehr ihren Lebensunterhalt bestreiten können.” Nach aktuellen Erhebungen arbeitet inzwischen fast ein Viertel der Beschäftigten im Niedriglohnsektor. Der DGB-Vorsitzende weist zudem auf die Problematik der zunehmenden Leiharbeit in Hagen hin: „Die Hälfte der Vermittlungen in den letzten vier Jahren ging in diesen Bereich”. Dies habe zunehmend negative Auswirkungen auf die Stammbelegschaften in den betroffenen Unternehmen. Jochen Marquardt: „Deswegen fordern wir gleiches Geld für gleiche Arbeit”.

Als Gastredner auf der Kundgebung wird der IG-Bau-Bundesvorsitzende Klaus Wiesehügel erwartet. Damit die Veranstaltung, zu der auch ein zünftiges Maifest mit Musik und Leckereien gehört, am „Vatertag” nicht unter Besucherschwund leidet, verlost der DGB einen gut gefüllten Bollerwagen. Alle Gruppierungen, die mit mindestens drei Personen in den Volkspark kommen wollen, können sich bewerben. Und zwar per Email unter hagen@dgb.de oder 02331/386040.